Europa - das sind wir alle. Vier Partnerstädte im Dialog wurden mit Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen des Programms "Europa für Bürgerinnen und Bürger" gefördert

 

Kurzinformationen zum Ablauf der Begegnung

 

 

Reichelsheim ganz international - Bürgerbegegnung mit Städtepartnerschaftsjubiläen

Reichelsheim ganz international - Bürgerbegegnung mit Städtepartnerschaftsjubiläen

 

Reichelsheim ganz international - Bürgerbegegnung mit Städtepartnerschaftsjubiläen

Vom 23. bis 26. Mai 2019 fand in Reichelsheim eine Bürgerbegegnung mit Gästen aus Jablonka (Polen), Nagymányok (Ungarn) und Dol de Bretagne (Frankreich) unter dem Thema "Europa - das sind wir alle. Vier Partnerstädte im Dialog" statt. Aus den Partnergemeinden waren 112 Gäste angereist, die fast alle in Gastfamilien aufgenommen wurden.

Gleich am Nachmittag erkundeten die Gäste Reichelsheim bei einem Rundgang mit Altbürgermeister Gerd Lode, während die jugendlichen Gäste an einer Stadtrally mit Geocaching teilnahmen. Danach trafen sich im Europäischen Jugendzentrum Gäste, Reichelsheimer, Flüchtlinge und Helfer. Landrat Frank Matiaske sprach über die Situation und die Integration von Flüchtlingen und Migranten im Odenwaldkreis. Annemarie Knichel vom Runden Tisch für Internationale Verständigung veranschaulichte anhand eines Bildervortrags die ehrenamtliche Unterstützung vor Ort. Im Anschluss begrüßte Bürgermeister Stefan Lopinsky die Gäste im Namen der Gemeinde und referierte über das Thema "Mein, Dein, unser Europa - Europaskepsis überwinden, Europa aktiv mitgestalten".

Am Freitag wurde im Alten Rathaus die Ausstellung "Regionaltypische Kunst aus den drei Partnerstädten und Reichelsheim" eröffnet. Von dort war es nur ein kurzer Weg zur Reichenberghalle, wo zum Thema "15 Jahre Osterweiterung der EU - eine Bilanz und Blick in die Zukunft" die nächste Veranstaltung stattfand. Nach Impulsreferaten von Dr. Michael Reuter (Kreisbeigeordneter) und von Bürgermeister Antoni Karlak (PL) folgten die Statements der Bürgermeister aus den Partnerstädten. Diskutiert wurden die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Osterweiterung und den Blick auf den Schengenraum sowie die Auswirkungen der Arbeitsmigration. Torsten Heinzmann von der IHK Darmstadt informierte in seinem Referat über Ausbildungsmöglichkeiten, Fachkräftemangel und Anforderungen für grenzüberschreitendes Arbeiten.

Im Rahmen des Jugendforums in der GAZ-Schule bearbeiteten Jugendliche aus den Partnergemeinden gemeinsam mit Schülern/Schülerinnen einer 10. Klasse die Themen "Lebenswelten Jugendlicher in Europa" sowie "Welche Chancen bietet mir Europa". Mit Interviewbögen, Bildern und Kameras ging es ans Werk. In einem Vortrag von europe direct erfuhren sie, welche Wege sie nach der Schulzeit ins Ausland führen könnten. Schülerinnen, die bereits an Auslandspraktika teilgenommen hatten, berichteten über ihre Erfahrungen. Nachmittags standen Betriebsbesichtigungen und der Besuch eines Kindergartens auf dem Programm und die jungen Leute erprobten das Erfahrungsfeld auf Schloss Reichenberg.

Beim öffentlichen Begegnungsabend kamen zahlreiche Besucher zum Europaplatz und in die Reichenberghalle. Michael Gahler, MdEP und Dr. Jens Zimmermann, MdB sprachen zum Thema Europas Zukunft, informierten über die bevorstehende Europawahl und forderten gemeinsame Anstrengungen für ein friedliches demokratisches und prosperierendes Europa der Bürger. Die Politiker mischten sich unter die Besucher und waren für Fragen und Gespräche offen. Musikalische Beiträge aus den Partnerstädten umrahmten den Abend, zeigten die kulturelle Vielfalt und förderten das freundschaftliche und gesellige Miteinander.

Konkrete Pläne für die zukünftige Gestaltung der Städtepartnerschaften entwickelte die Partnerschaftskonferenz. Dabei ging es um Häufigkeit und Anlässe der gegenseitigen Besuche, den Ausbau von Praktikumsmöglichkeiten sowie um die Finanzierung der Projekte.

Nicht die Konferenz involvierte Gäste nahmen währenddessen an einem Ausflug nach Frankfurt teil. Von Interesse waren die neue Frankfurter Altstadt, der Römer und die Paulskirche. Die Stadtführerin Frau Diefenbach meisterte es vorzüglich, die große Gruppe zusammen zu halten und mit den notwendigen Infos zu versorgen. Eine kleinere Gruppe der Gäste erkundeten zur gleichen Zeit den Odenwald mit Solar-Draisinen und Traktor.

Beim Festabend der Partnerschaftsjubiläen, 25 Jahre mit Dol de Bretagne, 10 Jahre mit Jablonka und 10 Jahre mit Nagymányok hielten die Bürgermeister Ansprachen zum Thema: Städtepartnerschaften als ein Baustein der europäischen Integration. Nach der Europahymne, gespielt von allen beteiligten Blasmusikern, sprach Patricia Lips (MdB) zum Thema: "Europa deine Sterne - was hält Europa zusammen? Warum wir ein starkes Europa brauchen? Der lang anhaltende Applaus zeigte, dass sie den Nerv der beteiligten Bürgerschaft getroffen hatte. Der Festabend wurde vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Jürgen Göttmann, moderiert und unter Mitwirkung der Musikgruppen aus den Partnerstädten sowie des Posaunenchors Reichelsheim gestaltet.

Die Bürgerbegegnung endet am Sonntag nach dem Gottesdienst, bei dem Pfarrer Koscielny als Zeitzeuge auf den demokratischen Umbruch in Osteuropa einging und zu gegenseitiger Achtung und Toleranz als Grundpfeiler für ein friedliches Zusammenleben in Europa aufrief.

Fazit: Das Bekenntnis zu einem vereinten Europa und zur Unionsbürgerschaft war klar zu erkennen, die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den Städten und Gemeinden sollen weiter gestärkt werden, besonders im Hinblick auf Jugendliche und mögliche Praktika.

Die freundschaftlichen Beziehungen unter den beteiligten Bürgern haben Spuren hinterlassen. Ich hoffe, dass diese Partnerschaften noch lange bestehen und wir "Europa leben können", so stand es in einem Leserbrief eines Reichelsheimer Bürgers.

Das Projekt wurde kofinanziert durch das Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger" der Europäischen Union.



Hier sind ein paar Bilder von dem Partnerschaftsjubiläum 23. - 26. Mai 2019